Größter Nazi-Webshop nicht mehr erreichbar: Druck18 verkauft keinen Nazi-Merch mehr

Berlin, 18. August 2026. Der Onlineshop Druck18.de, über den der Thüringer Rechtsextremist Tommy Frenck über Jahre Kleidung und Merchandise mit einschlägigen Botschaften vertrieben hatte, ist derzeit nicht mehr erreichbar. Zum Jahrestag der Aktion zieht Laut gegen Nazis damit eine Zwischenbilanz seines Vorgehens gegen rechtsextreme Marken und Vertriebsstrukturen.

 

Laut gegen Nazis hatte sich zuvor die Markenrechte an „Druck18“ gesichert und mit Druck18.com einen eigenen Konter-Shop gestartet. Tommy Frenck ging daraufhin im Eilverfahren gegen den Shop vor, blieb damit jedoch erfolglos. Über das Hauptsacheverfahren ist bislang nicht entschieden. Unabhängig davon ist der bislang von Frenck betriebene Webshop Druck18.de inzwischen offline. Die Gründe dafür sind Laut gegen Nazis derzeit nicht bekannt. Der Verein sieht die Entwicklung daher als Anlass, seine Strategie zu bewerten, rechtsextreme Marken und Geschäftsmodelle mit den Mitteln des Markenrechts herauszufordern.

 

Die Bedeutung solcher Vertriebsstrukturen hatte bereits das Thüringer Innenministerium hervorgehoben. Dieses bewertet Tommy Frenck seit Jahren als einen zentralen Akteur der rechtsextremen Szene in Thüringen und verweist darauf, dass der Verkauf von Merchandise und Bekleidung eine wichtige Finanzierungsquelle rechtsextremer Strukturen darstellt. Mit Druck18.com hat Laut gegen Nazis einen Gegenentwurf geschaffen. Auf der Plattform werden T Shirts mit klaren Botschaften gegen Rechtsextremismus verkauft. Sämtliche Erlöse fließen in die Arbeit des Vereins und unterstützen weitere Projekte gegen Rechtsextremismus. Wer die Initiative darüber hinaus unterstützen möchte, kann direkt für das Projekt „Recht gegen Rechts: Wir stoppen das Weitertragen von Nazi Codes“ spenden.

 

„Rechtsextremismus finanziert sich nicht nur über Ideologie, sondern auch über den Verkauf von Kleidung und Merchandise. Genau dort setzen wir mit unserer Arbeit an. Dass Druck18.de aktuell nicht mehr erreichbar ist, ist eine bemerkenswerte Entwicklung. Über die Gründe dafür können und wollen wir allerdings nicht spekulieren. Gleichzeitig hat das bisherige Verfahren gezeigt, dass wir uns mit unserem Ansatz auch juristisch behaupten können“, sagt Jörn Menge, Vorstand von Laut gegen Nazis e.V. Die Initiative verfolgt seit mehreren Jahren die Strategie, rechtsextreme Codes und Marken juristisch anzugehen. Neben „Druck18“ wurden unter anderem auch Bezeichnungen wie „VTRLND“, „Döp Dö Dö Döp“, „ENNESS“ oder zuletzt „ESSESS“ markenrechtlich gesichert, um deren kommerzielle Nutzung durch die rechtsextreme Szene zu erschweren.

 

Laut gegen Nazis kündigt an, auch künftig gegen rechtsextreme Marken und Vertriebsstrukturen vorzugehen und dabei konsequent die Möglichkeiten des Markenrechts auszuschöpfen. Gemeinsam mit Jung von Matt entwickelt der Verein seit Jahren kreative Ansätze, die weit über klassische Kommunikation hinausgehen und konkrete gesellschaftliche Wirkung entfalten. Aus der Zusammenarbeit rund um „Rights Against The Right“ sind mit Initiativen wie „Fashion against Fascism“, „§hoplefting“ und dem größten Online Shop gegen Nazi Merchandise wirksame Maßnahmen gegen rechte Strukturen entstanden. Dieses Engagement wurde zuletzt auch mit dem Global Grand Effie ausgezeichnet. 

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