Alles kann funktionieren, wenn man es will

| von Rike Floehr (BUTTER.)

Besondere Zeiten stellen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor völlig neue Herausforderungen. Wie können zum Beispiel neue KollegInnen eingearbeitet werden, wenn niemand im Büro ist?  Wie der Jobstart auch aus dem Homeoffice funktioniert, hat uns Rike Floehr verraten. Sie ist Anfang April neu bei der Agentur BUTTER. eingestiegen.

Bist Du direkt im Homeoffice gestartet? Wie war dein Start?

RF: Mein erster Tag begann um 10 Uhr in der Agentur. Alles war bestens organisiert, eine Tasche mit meinem Equipment stand bereit und Zeit für einen Kaffee und ein paar erste Fragen mit unserer HR-Managerin war auch noch da. Danach hieß es dann: Adios Agentur, auf ins Homeoffice.

Neben Welcome-Calls machte ich mich erstmal mit unserer Technik vertraut. Eine Kollegin aus der Verwaltung stand mir bei Fragen zu unseren Programmen virtuell zur Seite.

Mein persönliches Highlight am ersten Tag war ganz klar die BUTTER.BAR. Dieses agenturinterne After-Work-Event findet normalerweise einmal monatlich in den Räumen der Agentur statt. Man sitzt zusammen, trinkt etwas und lässt den Tag ausklingen. Ein paar Kollegen hatten in diesem Fall aber die erste virtuelle „Bar“ vorbereitet, so dass man in verschiedenen Räumen miteinander quatschen konnte. Im Musikraum wurde getanzt, im Flirt-Raum geflirtet und mein Feierabend-Wein hat „am Lagerfeuer“ besonders gut geschmeckt. Ich würde sagen: Ein richtig guter erster Tag.

 

Wie wurde Dein Einstieg seitens Deiner Agentur vorbereitet und wie lief das Onboarding? 

RF: Zwei Wochen vor meinem Start hat BUTTER. beschlossen, dass alle Mitarbeiter aus dem Homeoffice arbeiten: #flattenthecurve. In einem Telefonat mit Dominika, der HR-Verantwortlichen bei BUTTER., haben wir besprochen, wie meine ersten Wochen in der Agentur aussehen werden.

Parallel dazu wurde ein detaillierter Einarbeitungsplan erstellt: Ein insgesamt vierwöchiges Onboarding, dass in verschiedene Themenfelder unterteilt ist.  Jede Woche werde ich per Video-Call in ein Themengebiet eingearbeitet. Die zuständigen Kollegen haben im Vorfeld alle wichtigen Fakten zusammengefasst und meine Einarbeitung vorbereitet. Außerdem stehe ich täglich in sehr engem Kontakt zu meinem Mentor sowie meiner Patin. Wöchentlich führen wir Recap-Gespräche und besprechen To-Dos.

Das war eine große Hilfe. Klar, ab und zu verändern sich Termine und es kommen Dinge hinzu – aber das wichtigste ist: Man hat mich von Anfang an in Gespräche mit reingenommen, mich einbezogen und mir das Gefühl gegeben, Teil der BUTTER.-Familie zu sein.

Darüber hinaus habe ich im Vorfeld ein kleines „Starter-Paket“ zur Vorfreude nach Hause geschickt bekommen. Eine schöne Überraschung. Trotz Corona machte man sich Gedanken über mich und meinen eher ungewöhnlichen Start.

 

Was war die größte Herausforderung und wie hast Du sie gemeistert?

RF: Ich würde sagen: der Start in einem Team ohne ein festes Team und ohne jemals persönlichen Kontakt zu einem der Kollegen gehabt zu haben.

Normalerweise fällt es mir nicht schwer, neue Menschen kennenzulernen. Virtuell ist das dann aber doch eine Herausforderung. Meine Erfahrung: Man muss sich selber sehr stark einbringen und noch viel mehr als üblich den Kontakt zu den Kollegen suchen. Virtuelles Kaffeetrinken hat mir sehr dabei geholfen.

 

Was müssen neue KollegInnen für diese Art der Einarbeitung mitbringen? 

RF: 1. Neben einer hohen Eigenmotivation sind klare Ziele wichtig. Meine Ziele halte ich während der Onboarding-Gespräche fest und mache mir tägliche To-Do-Listen, um diese Ziele zu erreichen. Hierzu kommt dann eine gute Selbstorganisation. Wie man seinen Tag gestaltet, ist jedem selber überlassen, aber am Ende des Tages sollten die wichtigsten Dinge zuerst erledigt werden.

2. Sich nicht unterkriegen lassen. Wir müssen das Beste aus der momentanen Situation machen. Nicht jeder Tag wird super, nicht alle Aufgaben kann man direkt ohne Hilfe erledigen.

3. Neugierig und mutig sein, Fragen zu stellen.

 

Wie findest Du Orientierung in der "virtuellen" Agentur?

RF: Besser als im echten Leben wahrscheinlich, denn verlaufen kann man sich in unserer virtuellen Agentur eigentlich nicht. Spaß beiseite: Wir haben ein BUTTER. Handbuch, in dem es alle wichtigen Informationen zur Agentur, unserer Kultur und vielen weiteren Themen gibt. Außerdem stehen mir meine Kollegen zur Seite, alle sind offen für Fragen und helfen, wo sie können. Außerdem ist unser Server extrem gut strukturiert und organisiert. Ich habe Zugriff auf alle wichtigen Unterlagen und kann mir so einen sehr guten Überblick verschaffen.

 

Was bringen Mentoren, Pläne und Routinen?

RF: Ich denke, besonders für den Start ist es wichtig, einen oder mehrere Ansprechpartner zu haben. Ich habe einen Mentor aus der Geschäftsführung und eine Patin aus der Beratung. Außerdem habe ich tägliche Update-Calls mit unserer HR. Manchmal morgens, manchmal kurz vor Feierabend. Einen Plan zu haben und routinierte Abläufe geben mir Sicherheit.

 

Welche Learnings nimmst Du mit für die Zeit “nach” Corona? 

RF: 1. Alles kann funktionieren, man muss es nur wollen. Wer hätte vor ein paar Wochen gedacht, das 100 Prozent im Homeoffice arbeiten können. Auch ein Jobstart im Homeoffice klappt, wenn Planung und Umsetzung stimmen.

2.  Aus negativen Situationen auch Positives ziehen. Auch ich kann es kaum erwarten, endlich mit allen Kollegen in der Agentur zu sein. Trotzdem hat jede Krise auch Positives. Zum Beispiel habe ich extrem viel Zeit und Ruhe mich in bestimmte Themengebiete einzuarbeiten.

3. Dankbarkeit. Nichts für selbstverständlich nehmen. Ich bin dankbar, dass ich meinen Job beginnen durfte und sich trotz Corona Zeit für mich genommen wird. 

 

Wie vermittelt ein neuer Arbeitgeber die Firmenkultur übers Homeoffice?

RF: Durch ständigen Austausch, Video-Calls und Zeit. Mein Mentor und auch meine anderen Kollegen nehmen sich extrem viel Zeit dafür, mir ihre Arbeitsweise und auch ihre Werte näher und beizubringen. Außerdem haben wir einen internen Instagram-Kanal, den wir seit der Corona-Zeit nutzen. Wir teilen lustige, alltägliche Dinge und schaffen so eine Verbindung zueinander.

 

Rike Floehr startete am 1. April als Managerin Agenturkommunikation bei BUTTER. 

 

Interview: Simone Reifenberger (GWA)

Fotograf: Simon Erath