Ideen, die auf Buzz angelegt sind

| von Mirko Kaminski (achtung!)

Effie-Juror und GWA-Vorstandsmitglied Mirko Kaminski erklärt, was es beim Effie mit der neuen PR-Kategorie auf sich hat, wer hier einreichen sollte und wen er für den größten weiblichen PR-Profi Deutschlands hält.

Hypereffektiv sind Kampagnen und Ideen heute, wenn man über sie spricht, wenn sie Thema werden, wenn Medien und Menschen sie teilen und darüber berichten. Die Frage ist also: Hat das Thema, hat die Idee die Kraft, inmitten des grassierenden Info- und News-Smogs zu den Menschen durchzudringen? Berühren Kampagne und Thema die Menschen und bestenfalls Millionen von ihnen? Das meint, dass Themen, Ideen und Kampagnen nicht nur präsent werden, weil diese Präsenz mit großen Budgets erkauft wird (z.B. in Form von TV-Spots, Anzeigen & Co.). Es meint, dass sie sich Visibilität verdienen, weil sie aus sich heraus Menschen und Medien bewegen. Daher könnte man fast sagen, dass Talk und Earned Media ein Indikator für den Grad der Wirksamkeit sind. Und deshalb ist es mehr als konsequent, die PR-Wirkung als Kriterium heranzuziehen, wenn es um die Bewertung der Wirksamkeit und damit des Erfolgs einer Kampagne geht. Daher wird mittlerweile bei allen Award-Shows und dabei über alle Kategorien hinweg stets auch über die PR-Wirkung, über den initiierten Buzz gesprochen. Selbst in Kategorien wie „Event“, „Design“ oder „Innovation“: Stets werden im Casefilm und in der Einreichung auch Medienreichweite, Anzahl der Berichte oder ähnliches genannt. Auch beim Effie.

Da ist es nur konsequent, „PR“ mit einer eigenen Kategorie zu würdigen. Das meint aber überhaupt nicht, dass hier nur PR-Agenturen einreichen sollten. Wäre ja auch Quatsch. Ganz im Gegenteil! Hier sollten vor allem Kampagnen, Ideen, Projekte eingereicht werden, die es darauf angelegt haben, Buzz zu entfachen, Talk-Thema zu werden, massive Berichterstattung auszulösen und so zu mobilisieren. Und das können heute auch und gerade Werbe-/Kreativagenturen. Das können mittlerweile aber auch Digital-, Social-Media-, Design-, Event- oder Mediaagenturen. Beispiel gefällig? Immer wenn mich jemand nach innovativer bzw. moderner PR fragt, stelle ich die Gegenfrage, wer denn wohl der größte und erfolgreichste weibliche PR-Profi Deutschlands sei. Meist ist Achselzucken die Reaktion meines Gegenübers. Meine Antwort dann: „Es ist Dörte Spengler-Ahrens von Jung von Matt/SAGA.“ Dörte legt Ideen – zum Beispiel für die BVG – immer so an, dass sie ein Maximum an PR-Resonanz erzielen, ein großes Thema im Fernsehen, im Radio, in Zeitungen und Magazinen sowie im Web werden, Millionen darüber sprechen und Unzählige zum Tun aktiviert werden. Und genau darum geht es in dieser Kategorie: Haben Ideen, Projekte, Kampagnen eine solche PR-DNA in ihrer Anlage, dass mittels PR-Buzz ein Maximum an Wirkung entstanden ist? Man könnte auch sagen: Ist etwas PR-wirksam und -effektiv, dann ist es mit größter Wahrscheinlichkeit auch insgesamt effektiv.

Einreichungen für den Effie Germany sind in diesem Jahr auch in der Kategorie PR möglich. Die Ausschreibung läuft noch bis zum 13. Juni 2019: HIER gibt's alle Infos.