Meine Reise in die (heutige) Zukunft

| von Alexandra Zenleser

Handy? Checked. Reisepass? Checked. Mikrofon und mobile Ladestation? Checked.

Vorbereitung ist die halbe Miete sag ich mir innerlich, langsam aber sicher sichtlich nervös auf den Flug nach San Francisco wartend. Das Silicon Valley und High-Tech-Riesen, die in aller Munde sind und unser Leben teilweise täglich beeinflussen, durfte ich in der vergangenen Woche hautnah miterleben. Eine Riesenchance, die mir zahlreiche Erkenntnisse gebracht hat.

Teamspirit

Spätestens nach der gemeinsamen Bike Tour wurde mir ein ganz zentraler Aspekt der Reise erst wirklich bewusst, den ich zuvor kaum bedacht hatte. Die Menschen, mit denen ich diese Tour durch das Silicon Valley gemeinsam erleben würde. Jedoch wurde mir die Gewichtigkeit des gemeinsamen Erlebens der Unternehmensbesuche von Tag zu Tag klarer. Gemeinsame Rückblicke, besprechen der Eindrücke und Highlights, sowie angeregte Diskussionen über Entwicklungen in der Zukunft, erlaubten mir verschiedene Perspektiven kennenzulernen, sowie meinen Gedanken zu den Themen auch nach den Besuchen weiter freien Lauf zu lassen.

Ein tolles Team, scheint auch im Silicon Valley ein ausschlaggebender Faktor für den großen Erfolg zu sein. Auch wenn man sich im Valley nicht immer einig ist, welche Komponente nun an erster Stelle kommt, um mit seinem Geschäftsmodell durchzustarten, so findet auch Amy Wilkinson, dass neben der guten Idee, vor allem die Menschen am wichtigsten sind. Immerhin schrieb Amy ein Buch über die essentiellen Fähigkeiten außergewöhnlicher Unternehmer, welches sie gemeinsam mit Michael Trautmann am zweiten Abend unserer Tour auf der Podcast Night besprach.

Auch bei unserem Besuch bei German Accelerator Tech, ein Unternehmen, das deutsche Startups im Silicon Valley fördert, kam dieser Ansatz zum Tragen. So sagte ein Gründer eines Startups aus Deutschland, dass es entscheidend war, vor Ort zu sein und mit den Menschen im Silicon Valley direkt in Kontakt treten zu können.

Mein erster Lernpunkt dieser Reise – Das Team!

„Dream big…or stay home!“

Die Aussage „Dream big...or stay home!“ von Stephan Nobs, Mentor bei German Accelerator, spiegelt einen wichtigen Teil des Mindsets im Silicon Valley wieder. Die große Vision nicht aus den Augen zu verlieren und erstmal ein Risiko einzugehen, gehört hier für den Erfolg dazu. Das Thema Kultur und Mindset hat sich durch unsere gesamte Tour und die Vorträge durchgezogen und ist für mich aus diesem Grund ein wichtiger Lernfaktor von dieser Reise. Die Unterschiede zwischen der deutschgeprägten Kultur und der des Silicon Valleys sind relativ groß. Das fängt an bei der Fehlerkultur, über das eigentliche Arbeiten bis hin zu den Erwartungen. Aus Fehlern lernt man. Scheitern gilt im Silicon Valley nicht als Schwäche, sondern als Ansporn für Entwicklung. Dies bestätigte auch Joshua Muxen, aus dem Bereich People Development bei Google: „It´s okay to have failure.“ Auch Frederik Pferdt, Chief Innovation Evangelist bei Google, sieht Bugs als Möglichkeiten für Innovatoren.

Solange das Ziel klar herausgearbeitet wurde, muss das Produkt nicht direkt von Anfang an perfekt sein. Es scheint, dass genau dieser Silicon-Valley-Mindset, mit seiner „Early-Adapter“ Kultur und der notwendigen Risikobereitschaft, die hohe Dichte an Startups und High-Tech-Riesen ermöglicht. Einfach mal was riskieren, heißt hier die Devise. Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass wir alles falsch machen und die Menschen im Silicon Valley alles richtig. Interessant fand ich daher den Ansatz von Preston Locher von German Accelerator, die Stärken beider Welten zu kombinieren.  

Video Interview Christian Byza, LinkedIn:

Kein Stillstand erlaubt

Den unglaublichen Drive und die kontinuierliche Weiterentwicklung konnte man förmlich in der Luft spüren. Auch bei Salesforce ist eine ständige Veränderung Voraussetzung. Dies bezeichnet ihr Customer Evangelist, Rob Lamb als „Journey With No Destination“. Denn Salesforce ist zwar schnell aber muss sich eben auch immer weiterentwickeln und wird folglich stets daran arbeiten sich selbst zu verbessern, so Rob. Auch die High-Tech-Riesen müssen alles dafür tun, um ihre Spitzenposition halten zu können. „Agil und schnell zu sein“ rät auch Maik Hofmann von der Agentur hauser lacour, nach seinen Eindrücken vor Ort.

Ich persönlich bekomme immer mehr das Gefühl, es wird uns nicht langweilig in der Zukunft!

Video Interview, Maik Hofmann, Hauser Lacour:

Future Trends

Kunden möchten alles immer schneller, immer persönlicher und das von überall. Google bricht dies auf drei Kundenmerkmale herunter. Demnach ist der heutige Kunde neugieriger, fordernder und ungeduldiger. Außerdem erwarten Kunden ein schnelles und reibungsloses Erlebnis, dass ihnen Mehrwert bringt. Außerdem bestätigte sich während der Woche meine Annahme, dass es immer wichtiger wird, zuerst mobil zu sein. Unser geliebtes Smartphone ist eben einfach nicht mehr wegzudenken.

Wir hatten das Glück in weitere Trends eintauchen zu dürfen, wie Digitale Assistenz, Machine Learning oder auch 5th Wave of Computing mit unsichtbar verbundenen Objekten, wie beispielsweise einer Smart Jacket. Magie? Fast. In diesem Fall jedoch ein leitfähiges Material und eine Bluetooth Übertragung zum Smartphone.

Auch die Agentur Publicis Groupe in San Francisco beeindruckte uns mit neuen Trends, wie virtuellen Spielen oder gigantisch großen, reaktiven Flower Walls. Es war fantastisch, neue, digitale Entwicklungen direkt im kreativen Umfeld sehen zu dürfen. Trotz allem fühlte ich mich in der Woche öfters an den Punkt versetzt, an dem ich merkte, Science-Fiction-Filme wie, Inception, Her & Co. scheinen gar nicht mehr so weit von der Realität entfernt zu sein. Viele der vermeintlichen Zukunftsthemen sind heute schon möglich. Tools wie beispielsweise Google Translate, nutzen wir beinahe schon ganz selbstverständlich im Alltag. „The Future is now!“

Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er mit neuen Technologien und der Digitalisierung umgehen möchte. Ich habe einmal mehr gelernt, wie wichtig es ist, am Ball zu bleiben und sich selbst zu motivieren, immer wieder neue Herausforderungen anzunehmen. Insbesondere im Beruf ist es wichtig, sich die neuen Kenntnisse anzueignen, um mit den Tools und Möglichkeiten jetzt und in Zukunft arbeiten zu können. 

Nach meinen gesamten Eindrücken während der Woche im Silicon Valley, möchte ich mich gerne der Verabschiedung von Frederik Pferdt von Google anschließen und sage Tschüss, „Und wir sehen uns in der Zukunft!“