Tailormade Jobdescription statt Fluktuation

| von Andreas Jäger

Es liegt in der Natur von guten Agenturen so dynamisch und flexibel auf den Markt zu reagieren, dass auch mal der eine oder andere Beruf erfunden wird. Sei es aus Kunden-Needs oder neuen technischen Möglichkeiten. Nur ist es der Markt, der hier die Anforderungsprofile vorgibt, nicht die Fähigkeiten der Arbeitnehmer. Bei mir und elbdudler war das eher umgekehrt. Ich durfte mir meine eigene Rolle schaffen – eine Rolle, in der ich meine Fähigkeiten perfekt einsetzen kann. Aber der Reihe nach …

In meiner siebenjährigen Karriere bei elbdudler habe ich schon viele unterschiedliche Jobs ausgeübt. Sei es die Entwicklung von Social-Media-Auftritten, Konzepte für Apps, komplexe Kampagnenstrategien bis hin zu Formaten wie einer Social Media Reality Show. Zunächst als Konzepter, dann als Stratege. Hintergrund für die Bandbreite der Aufgaben waren neben Kundenwünschen vor allem die rasante Entwicklung von Social Media. Hier hat sich nicht nur die Klaviatur der unterschiedlichen Kanäle ständig erweitert, so wurde auch das Media-Thema immer wichtiger – so wichtig, dass man plötzlich relevante Reichweiten in Millionenhöhe super effizient erreichen konnte. Immer wieder musste ich mich auf neue Anforderungen einstellen, lernen, verstehen und neues Wissen anwenden. Am glücklichsten war ich, wenn ich native Mechaniken aufbrechen konnte, sodass am Ende etwas Innovatives entstanden ist oder neue Media-Mechaniken entwickeln durfte. Dabei habe ich wie bei einem Rollenspiel meinen Skilltree hochgelevelt.


Irgendwann kam aber der Punkt, an dem ich als Senior Stratege nur noch einen Teil der Tätigkeiten ausüben durfte, die mir am meisten Spaß gemacht haben. Bei einer normalen Agentur hätte man spätestens jetzt gewechselt. elbdudler hat mir aber die Chance gegeben, mir selbst eine Rolle zu erschaffen, die nicht nur meinen Fähigkeiten gerecht wird, sondern auch noch verdammt viel Spaß macht. So wurde ich Head of Creative Planning und damit zu einer spannenden Schnittstelle bei elbdudler. Ich stehe zwischen Kreation und Media, aber auch immer in engem Kontakt mit der Strategie. Creative Planning wird von Agentur zu Agentur unterschiedlich interpretiert. Für meine Rolle passt der Begriff in seiner wörtlichen Bedeutung ziemlich gut. Ich verantworte, dass unsere Creatives nicht nur kanalgerecht gestaltet und in ihrer Wirkung auf die Ziele einzahlen, sondern auch mal den Rahmen sprengen. Ich bin auch dafür verantwortlich, dass wir neue Wege gehen und innovative, verrückte Möglichkeiten ausloten. Dafür halte ich interne Workshops zu spannenden Touchpoints, treffe mich regelmäßig mit der Kreation zum Inspirieren und Anzünden und unterstütze als unermüdlicher Ideengeber in Projekten und Pitches. Als eine Art freier Radikaler, als Satellit, der keinem Team untergeordnet ist, besitze ich eine gewisse Narrenfreiheit. Es obliegt mir aber auch große Verantwortung. Auf der einen Seite kultiviere ich mein Peter-Pan-Syndrom und werde dafür bezahlt. Auf der anderen Seite muss ich dafür sorgen, dass wir immer innovative Lösungen an den Start bringen.

Sollte es wirklich so etwas wie den besten Job der Welt geben, dann ist es dieser Job bestimmt nicht. Denn dieser Job ist nur für mich perfekt und für jeden anderen da draußen wahrscheinlich die absolute Hölle, ein persönliches Vietnam. Ich aber liebe ihn.

Andreas Jäger ist Head of Creative Planning bei der Agentur elbdudler