Vom Schreibtisch zur Skyline

| von Martin Kleinberns

Bereits zum zweiten Mal veranstaltete der GWA einen Innovation Summit in New York. Erstmals durften sich Nachwuchstalente als GWA Discoverer bewerben, die für uns live von der Innovationsreise berichten wollten. Martin Kleinberns von der Agentur Husare gewann die Ausschreibung. Hier fasst er er seine Eindrücke der Reise zusammen.

Als ich am ersten Arbeitstag meiner Rückkehr aus New York in mein Auto einstieg, das Radio aufdrehte und zur Arbeit fuhr, lief (war es ein Zeichen?) das Lied „Empire State of Mind Part 1“ von Jay-Z und Alicia Keys. Im Song der beiden Ur-New Yorker heißt es an einer Stelle „In New York, concrete jungle where dreams are made of. There's nothin' you can't do“. Zeilen, die meine Erlebnisse im Big Apple absolut widerspiegeln. Ich habe in der Wüste aus Beton und Werbeanzeigen die wunderschönen Büros einiger der weltweit erfolgreichsten Agenturen kennenlernen dürfen und darüber hinaus in diversen Gesprächen mit den Top-Kreativen der Branche verstanden, dass in dieser Branche alles möglich ist, wenn man seinen Träumen folgt und kontinuierlich an der Verwirklichung eben jener arbeitet.

Die volle Bandbreite zur kreativen Entfaltung

Die Arbeit in Agenturen bietet jungen Leuten dabei zahlreiche Perspektiven. Egal, ob als Berater, Projektmanager, Digitaler (von diesen spricht in Amerika übrigens keiner mehr) oder Kreativer, es ist Arbeit mit der Lizenz zum Kreativ sein. Es gibt kaum eine andere Branche in der Kreative so im Mittelpunkt stehen und sich auf verschiedenen Spielfeldern austoben können. „Agenturarbeit ist nie Monokultur“, erklärt auch Götz Ulmer, Kreativvorstand bei Jung von Matt im Interview.

Von der Idee zum kreativen Produkt
Für McCann Worldwide Global Creative Director John Mescall besteht der große Spaß in seiner Arbeit darin, mit Hilfe von Kreativität geniale Lösungen für die Herausforderungen der Kunden zu entwickeln, die mit keinem finanziellen Wert gleichzusetzen sind. Diese entstehen selten im stillen Kämmerlein, sondern häufig mit Gleichgesinnten, die alles daran setzen, aus einer Idee etwas Großes entstehen zu lassen. Agenturen bieten ihren Mitarbeitern hierzu alle erdenklichen Voraussetzungen.

Besuche bei den kreativsten Agenturen New Yorks

„Ist eine Idee erstmal zu Papier gebracht, hat man wie in kaum einer anderen Branche die Möglichkeit den Umsetzungsprozess von Idee zum Produkt zu begleiten; egal ob Spot, App, Social-Media Kampagne, ...“, erklärt Gerry Graf, Gründer von Barton F. Graf.

Neugierde und Wille
Um es in eine der großen Agenturen oder dort gar an die Spitze zu schaffen, zählen für 72andSunny Co-Gründer Glenn Cole  vor allem Neugierde und die Motivation, seine Ideen und sich selbst stetig zu verbessern. Schafft man es, sich selbst gut zu präsentieren und für seine Ideen einzustehen, so schafft man es auch, Kunden mit Ideen zu überzeugen und diese umzusetzen. Ob große Agentur mit Preiswänden, die ähnlich schwindelerregend hoch sind wie New Yorker Wolkenkratzer, oder kleine Agentur auf dem Land spielt dabei keine Rolle. Am Ende zählt die gute Idee und diese kann überall entstehen und vorangetrieben werden.

Zurück am Schreibtisch meiner Emsdettener Agentur habe ich noch immer eine Strophe des im Radio gespielten Liedes im Ohr. Getreu dem Klassiker “New York” von Frank Sinatra heißt es „If I could make it here, I could make it anywhere.” Um so mehr ich darüber nachdenke, um so mehr wird mir bewusst, dass man nicht gleich über den großen Teich ziehen muss, um den großen Erfolg zu haben oder sich kreativ zu verwirklichen. Auch deutsche Agenturen (große und kleine) bieten einem zahllose Möglichkeiten und den Einstieg in eine vielfältige Branche, die für jeden etwas bietet. Auch für Quereinsteiger. Wer trotzdem den Sprung nach New York wagen möchte, kann von der deutschen Sophie Kleber erfahren wie es geht: Mit Neugierde, Mut und der extra Portion Willen. Eben genauso, wie in der gesamten Agenturbranche.