Warum Agenturen als markenführende Berater für Unternehmen unverzichtbar sind

| von Carlo Teichmann

Marketer in Unternehmen stehen unter starkem Druck – intern wie extern. Und sie sind zutiefst verunsichert, wie aktuelle Studien zeigen. Die Mehrheit der Marketingverantwortlichen in Unternehmen mittlerer Größe und aufwärts kann keinen Zusammenhang zwischen Marketingzielen und Unternehmenserfolg erkennen. Mit der Geschäftsführung über die Probleme sprechen? Für etwa ein Drittel der Marketers ist auch dies kein Rezept, da dem Chef häufig das Verständnis für die Rolle des Marketingverantwortlichen fehlt.

Thomas Hans, Geschäftsführer der GWA Agentur husare, kennt die Folgen: „Es entsteht tiefste Verunsicherung in den Marketingabteilungen. Das Unternehmensmarketing kann nicht zielführend aktiv werden, wenn es die notwendige Richtung nicht kennt. Und die Unternehmensleitung kann sie noch nicht einmal unterstützen, wenn Marketing für sie ein blinder Fleck im Unternehmen ist, selbst wenn die Unternehmensstruktur noch überschaubar ist.“

Die Konsequenz: Es wird vornehmlich „auf Sicht“ gefahren, ohne strategisches Fundament und ohne konsistente Markenführung. Letztlich führt dies zu einer Ausrichtung, der weder interne noch externe Stakeholder folgen können. Als wäre dies noch nicht genug, haben Marketingleiter eine überdurchschnittliche Fluktuation im Vergleich zu Kollegen aus den anderen Abteilungen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt fließen Erfahrung und Wissen unwiederbringlich aus dem Unternehmen ab.

Doch es gibt Hoffnung! Auftritt Kommunikationsagenturen: Jede Unsicherheit, jeder Zweifel und jeder Umbruch auf Kundenseite bietet die Chance, sich dort im Unternehmen einzubringen und zu positionieren. „Agenturen sind von sich aus motiviert, wirksame Kommunikationskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Alles andere gäbe langfristig allein aus betriebswirtschaftlicher Sicht keinen Sinn“, weiß Hans. Zudem begleiten und verantworten Agenturen seit jeher im Kerngeschäft den Aufbau und die Führung von Marken. Marke steht im Mittelpunkt. Sie ist der zentrale Bezugspunkt von Agenturen in Unternehmen, nicht Abteilungen oder Einzelpersonen. Dies ist umso relevanter, da hieraus USPs auf verschiedenen Ebenen folgen: Sei es die Agentur als strategischer und leistungsfähiger Ratgeber mit fachlicher Kernkompetenz in markenführender Kommunikation. Oder als verlässlicher und loyaler Sparringspartner über einen längeren Zeitraum hinweg, bei dem die Ansprechpartner auf Unternehmensseite durchaus wechseln können – siehe Fluktuationsquote. Eine gute Agentur-Kunde-Beziehung ficht das nicht an. Sie stärkt das Selbstbewusstsein der Mitarbeiter im Kundenkontakt und zahlt auch auf das Selbstverständnis als Agentur ein. Mittelbar profitiert die gesamte Branche hiervon.

Thomas Hans appelliert: „Wenn wir uns dessen bewusst sind, können Agenturen aktiv dazu beitragen, sich vom Image unter Wert zu lösen. Weniger verlängerte Werkbank, kommunikative Zulieferer und punktuelle Problemlöser. Wir haben das Potenzial, uns nachaltiger zu positionieren und entsprechend wahrgenommen zu werden. Als verlässlicher und kompetenter Partner, als langfristiger Kommunikationspartner auf Augenhöhe, letztlich als markenführende Berater für Unternehmen – ganz unabhängig von deren Größe. Die Unternehmen, mehr noch: die Marken brauchen uns. Worauf warten wir?“