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wob, Viernheim
 

Eine beeindruckende Warnung vor der Klimakrise

Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ neu komponiert.

Auf bestürzende Weise haben das NDR Elbphilharmonie Orchester und Jung von Matt/ SPREE den Klimawandel hörbar gemacht. 

Am Samstagabend wurde im Großen Saal der Elbphilharmonie und über LiveStream weltweit eine, sozusagen, aktualisierte Version des berühmtesten musikalischen Abbilds der Natur uraufgeführt: Die For Seasons. 

Hierzu wurden historische Klimadaten mit aktuellen verglichen und ihr Unterschied in Noten verwandelt. 

„Hört hin und gebt dem Thema die Bedeutung, die es längst gebraucht hätte,“ sagte Chef Dirigent Alan Gilbert und zeigte sich von der positiven Resonanz, die die Idee erfuhr vollauf begeistert. Die United Nations hatten bereits einen Tag vor dem Konzert, die Aufnahme in ihr Entwicklungsprogramm verkündet. Nun arbeitet man gemeinsam an weiteren Aufführungen mit Orchestern auf der ganzen Welt.

Die Rechte am neuen Arrangement sind übrigens kostenlos, so kann es in diesem Kontext immer und überall Verwendung finden. Ebenfalls pro Bono engagierten sich alle an der Umsetzung beteiligten Partner. Segmenta Hamburg für die weltweite Public Relations und Social Media-Aktivierung. Markenfilm SPACE und KLING KLANG KLONG verwandelten die Idee zu Noten und zu Musik.

Denn so einfach die Grundidee ist, die Klimaveränderungen an Vivaldis Stück von 1725 deutlich zu machen, so aufwendig war die Umsetzung bis aus den „Vier Jahreszeiten“ die „For Seasons“ wurden. Schließlich sollte nicht einfach nur ein „falsches“ Stück herauskommen. Jung von Matt/SPREE suchte sich deshalb mit KlingKlangKlong und MarkenfilmSPACE die perfekten Partner. 

Zunächst wurden von validierten Datenquellen wie Forschungsinstituten, Umweltagenturen und Universitäten über zehn unterschiedliche Klima-Daten-Sets zusammengetragen. Ein Team, bestehend aus Sound-Artists, Software-Entwicklern und Arrangeuren, verhalf dem Original-Werk dann zu einer neuen Partitur. Mit dem Prinzip “Data-To-Concert” wurde innerhalb von sechs Monaten die gesammelten Klimadaten durch diverse Algorithmen und verschiedene Software-Komponenten direkt auf Vivaldis Werk angewandt. 

Herauskam eine Version bei der wie heute in der Natur die klare Trennung zwischen den Jahreszeiten eliminiert ist. Teile des Herbsts finden sich bereits im Sommer und so weiter. Auch die jeweilige Dauer der Jahreszeiten hat sich radikal verändert. Die vielen Vogelstimmen, die Vivaldi musikalisch darstellte, sind durch das Artensterben fast verschwunden. Unwetter, die beim Original vorwiegend im Sommer vorkommen, gibt es jetzt über das ganze Jahr verteilt. Klingende Bäche sind zu reißenden Strömen geworden oder ausgedörrt. Genau wie in der Natur selbst werden im neuen Stück harmonische Passagen zu Disharmonien und geraten aus der Balance.  

„Es ist wichtig, die Klimaveränderungen immer wieder erlebbar und ihr Ausmaß verständlich zu machen“, beschreibt das JvM-Team das Ziel der Aktion. Und die Reaktionen in Presse und Social Media zeigt, dass dies mehr als gelungen ist. Auch das Publikum im Saal, das per Losverfahren an die Tickets kam, erhob sich nach einer Minute des beeindruckten Schweigens zu Standing Ovation. Die Botschaft, die die Musiker am Konzertende auch auf einem großen Plakat in den Saal trugen, war mehr als angekommen: „We’ve heard all about climate change. Now it’s time to listen.“

Projekt-Links

https://www.forseasonsbydata.com

https://www.facebook.com/forseasonsbydata

United Nations Beitrag

https://twitter.com/UNDPClimate/status/1196085015093940226

Zusammenfassender Bericht des NDR

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Four-Seasons-So-klingt-der-Klimawandel-als-Musik,hamj88426.html

Kling Klang Klong ist ein Studio für Musik und Sounddesign mit Schwerpunkt auf räumlicher Inszenierung und Entwicklung interaktiver Anwendungen.

Markenfilm SPACE ist ein Studio für digitale Medien, das sich auf das dynamische Wirkungsgefüge zwischen Inhalt und Technologie spezialisiert hat. 

 

Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ neu komponiert.