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wob, Viernheim
 

Azubis der Münsteraner Agentur Kopfkunst entwickeln Wahl-App

Ein Date mit der Politik

Erstwähler haben Lust auf Politik, doch bei der Vielzahl an Gesichtern und Themen ist es gar nicht so einfach durchzublicken, was die einzelnen Parteien und ihre Kandidaten eigentlich genau bewirken wollen. So erging es jetzt zumindest einigen Auszubildenden aus den Bereichen Webdesign und Grafik der Münsteraner Design- und Kommunikationsagentur Kopfkunst. Kurzerhand entwickelten die kreativen Azubis ihre eigene Online-Anwendung, um sich mit dem Thema Wahlkampf in Münster auseinander zu setzen: den „Plakatomaten“, bei dem die Nutzer „per Wisch“ über Wahlplakate abstimmen können. Ein Tool, das bundesweit bislang einzigartig ist.

Wischen, bis ein Sieger übrig bleibt
„Wir haben vermisst, dass es vor der Kommunalwahl keinen Wahl-O-Mat gibt“, erzählt Erik Keil, zuständig für die Programmierung. Dabei seien derartige Entscheidungshilfen für junge Wähler durchaus nützlich. Der Auszubildende zum Webentwickler fackelte nicht lange und machte sich mit seinen Mitstreitern Paul Metzdorf, Anastasia Becker, Laura Klein und Rieke Bonna (Bilder und Design) an die Arbeit. Das Ergebnis: eine browserbasierte Anwendung, die ähnlich wie eine bekannte Dating-App funktioniert. Je nach Themenschwerpunkt oder Bezirk zeigt die App per Zufallsprinzip zwei Plakate verschiedener Parteien oder deren Kandidaten. Jetzt hat der User die Wahl: Der Favorit bleibt – das weniger beliebte Plakat wischt er einfach weg. Das läuft so lange, bis ein Sieger feststeht. Entsprechend der Parteizugehörigkeit liefert der Plakatomat auch direkt eine Hochrechnung.

Auf der Jagd nach Botschaften
Woher die Plakat-Motive kommen? „Wir sind durch die einzelnen Bezirke gegangen und haben alles fotografiert, was öffentlich sichtbar war“, erklärt der Auszubildende, der im vergangenen Jahr Sieger des „Münster-Hacks“ war. „Da kann es natürlich Lücken geben.“ Falls noch ein Plakat oder ein Kandidat fehlen sollte, sei das aber kein Problem: Die Parteien und ihre Unterstützer können gern Plakat-Fotos nachreichen, die die Azubis dann integrieren. Möglich ist das unter der Mailadresse post@plakatomat.de.

Eine wichtige Entscheidungshilfe
„Natürlich ist das Projekt in erster Linie eine Spielerei“, wissen die Auszubildenden, dass ihre App nicht unbedingt belastbare Zahlen liefert. Aber eines könne das Tool durchaus leisten: „Dadurch, dass immer zwei politische Botschaften im direkten Vergleich stehen, können sich die Nutzer einen guten Überblick verschaffen über Themen und Kandidaten.“ Die Entwickler hoffen, dass ihr Projekt so manchen Nichtwähler überzeugen kann, zur Urne zu gehen. Und natürlich sind sie am Ende doch neugierig, wie nahe „ihr“ Plakatomat am tatsächlichen Wahlergebnis dran ist: „Auf die ersten Hochrechnungen sind wir gespannt!“

 

Weitere Infos:

Den Plakatomaten finden Interessierte unter:

https://www.plakatomat.de

 

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