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wob, Viernheim
 

Auf Worte folgen Taten:

TERRE DES FEMMES und PUK Berlin bekämpfen verbalisierte Gewalt gegen Frauen

Stars der Rap und Hip-Hop Szene dominieren mit verrohter und gewaltverherrlichender Sprache regelmäßig die Charts, erzielen mit gezielter Provokation Spitzenumsätze und werden weltweit von Millionen gehört, geliked und abgefeiert. Die Kampagne #UNHATEWOMEN lenkt nun die Aufmerksamkeit auf einen oft übersehenen Punkt: Menschenverachtende Sprache ist nicht nur in sich ein Problem und gesellschaftlich inakzeptabel, sondern auch deshalb, weil sie physischer und psychischer Gewalt den Weg ebnet.

Wer sich in sozialen Netzwerken bewegt, wird täglich mit frauenverachtenden Botschaften konfrontiert - Aufregung: Fehlanzeige. Zu vertraut scheint der Frauenhass, der uns in Timelines und Kommentarspalten entgegenspringt. Ein Gewöhnungseffekt, der sich auch beim Genre Rap bemerkbar macht.

Mit #UNHATEWOMEN bereiten TERRE DES FEMMES und Philipp und Keuntje Berlin dem Wegsehen und Weghören ein Ende. „Alle reden immer von gesellschaftlicher Verrohung. Wir haben beschlossen, etwas dagegen zu tun: Vergewaltigungsfantasien und Frauenhass dürfen nicht unkommentiert bleiben. Vor allem, wenn sie auf so viele begeisterte und junge Hörer treffen“, erklärt Johannes Buzási, Geschäftsführer von Philipp und Keuntje.

Das Herzstück der Kampagne, ein einminütiger Film, legt gewaltverherrlichende und frauenverachtende Texte erfolgreicher Rapper in die Hände von Frauen ohne Bezug zum Original. Der eingängigen Beats und der Bling-Bling-Ästhetik der Rap-Videos beraubt, entwickeln die Zitate ihre ganze Wucht und werden spätestens jetzt als das erkennbar, was sie sind: verbale Gewalt gegen Frauen.

„Gewalt gegen Frauen ist nicht immer nur körperliche Gewalt. Sie kann auch mit Worten ausgeübt werden“, so Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. „Wenn frauenverachtende Hassrede unwidersprochen bleibt und sogar millionenfach gehört und geliked wird, gilt sie irgendwann als normal. Sie prägt unsere Realität und beeinflusst das Selbstbild von Mädchen und Frauen.“

Die Kampagne kommt passend zur aktuellen Debatte. Mit der kürzlich erschienen Spiegel-Titelgeschichte zum Thema Deutsch-Rap, hat die Diskussion um Frauenverachtung im deutschen Rap an Dynamik gewonnen. So wird die Community jetzt dazu aufgerufen, Motive der Kampagne unter dem Hashtag #UNHATEWOMEN zu teilen, um so ein persönliches Zeichen gegen verbale Gewalt zu setzen.

TERRE DES FEMMES verleiht damit ihrer Forderung, den aktuellen Gesetzentwurf von Justizministerin Christine Lambrecht zur Bekämpfung der Hasskriminalität um den Tatbestand explizit frauenverachtender Beweggründe zu ergänzen, besonderen Nachdruck.

Um aber auch ganz gezielt bei bisher unkritischen Fans Bewusstsein zu wecken und Auseinandersetzung mit dem Anliegen zu fördern, nutzen die Berliner Kreativen zusammen mit ihren Kollegen von fischerAppelt, performance in digitalen Medien eine besondere Idee: Einzelne Szenen mit von Protagonistinnen vorgetragenen Zitaten werden als Pre-Rolls vor exakt jenen Musikvideos geschaltet, denen die Texte ursprünglich entnommen wurden. Ergebnis: Jede Schaltung ein sicherer Treffer. Und hoffentlich einer, der aufrüttelt.

Auf Agenturseite zeichnen der Executive Creative Director David Morales und Creative Director Philip Bolland für #UNHATEWOMEN verantwortlich. Unterstützt wurde das Kreativgespann durch Christoph Laurisch und Jessica Philipp (Art Direction) sowie Jonas Bartelworth und Robert Miler (Text). In der Beratung betreute Rona Zachwey das Projekt. Der Kampagnenspot wurde von IT’S US produziert, die Regie übernahm Annegret von Feiertag. Der Berliner Fotograf Darius Ramazani steuerte die Motive bei, die Digital-Agentur Fork Unstable Media die Website. Die Musikkomposition kommt von MOKOH Music, Tonmischung von Studio Funk Berlin. Die gezielte digitale Ausspielung der Kampagne übernahmen die Spezialisten von fischerAppelt, performance.

TERRE DES FEMMES und PUK Berlin bekämpfen verbalisierte Gewalt gegen Frauen